Masterplan für den Norden

Entwicklungsgebiet Bornstedter Feld
 
Potsdams neuer Norden wurde unter das Motto: „Schlafstädte und isolierte Gewerbegebiete sind out“ gestellt. Im Bornstedter Feld wächst ein lebendiger Stadtteil zum Wohnen und Wohlfühlen für Menschen. Mit zunehmender Fertigstellung wachsen die Kiezgefühle heißt es weiter. Das klingt sehr gut und viele Familien haben sich auf ihren neuen Kiez gefreut. Doch die Enttäuschung ist groß, denn bisher wurde die Wohnbebauung forciert und die urbane Infrastruktur, die einen Kiez
ausmacht, vernachlässigt.
 
Die Entwicklung des Bornstedter Feldes ist für die Stadt Potsdam ganz sicher ein Erfolg, aber es reicht nicht aus, die Wohnbebauung voranzutreiben, aber z.B. die Soziale Infrastruktur und die Nahversorgung nicht in gleichem Maße parallel zu entwickeln. Es reicht nicht, in den Quartierbeschreibungen z.B. von Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie zu sprechen, zwar Flächen dafür vorzusehen und anzubieten, es aber privatwirtschaftlicher Initiative zu überlassen, ob
dann auch wirklich etwas entsteht.
 
In der Evaluierung der Entwicklungsmaßnahme von November 2011 wird festgestellt, dass die Betreuungsquoten im Bereich Krippen, Kindergarten und Hort unter dem städtischen Durchschnitt liegen. Nicht wenige Familien bringen ihre Kinder täglich in die Kita Am Stern oder nach Groß Glienicke. Familien können nicht in die mit viel Mühen gefunden Wohnung ziehen, weil sie für ihre Kinder die Schulsituation keine akzeptable Lösung anbietet.
 
Es reicht auch nicht aus, das Entwicklungsgebiet isoliert zu betrachten und die angrenzenden Gebiete auszuklammern. So ist es bedenklich, wenn in einer Straße auf der einen Seite Gehwege und Parkbuchten gebaut werden, auf der anderen aber nicht, weil die nicht mehr zum Entwicklungsgebiet gehört.
 
Es reicht nicht, eine Reduzierung des Motorisierten Individualverkehrs um 9% in den StEK Verkehr zu schreiben, wenn nicht gleichzeitig eine entsprechende Infrastruktur geschaffen wird, die viele Fahrten überflüssig macht.
 
Die Stadt muß der ständig wachsenden Einwohnerzahl Rechnung tragen und geweckten Erwartungen auch erfüllen. Es besteht der Wunsch nach Planungssicherheit für die Wohn- und Lebensqualität im Potsdamer Norden.

Gefordert wird daher:
  • die unverzügliche Entwicklung einer sozialen Struktur, die dem Potsdamer Durchschnitt entspricht, die gesetzlichen Vorgaben erfüllt und dem weiteren Zuzug Rechnung trägt.
  • dazu gehören ausreichend Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze
  • ein ausreichendes Angebot an Grundschulplätzen und eine weiterführende Schule.
  • ausreichende Sportstätten, eine Jugendfreizeitstätte und ein Zentrum zur Kommunikation für Versammlungen, Bildungsangebote und Vereine
  • der Bau ausreichender medizinischer Versorgungseinrichtungen wie Ärztehaus, Apotheke
  • die Entwicklung von Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie
  • die Entwicklung des Stadtplatzes mit Geschäften und Cafés im Quartier Kirschallee
  • eine Verkehrsanbindung nach Norden zur Amundsenstraße, die dem Aufkommen gerecht wird
  • eine ampelgesteuerte Anbindung der Erich-Mendelsohn-Allee an die Pappelallee mit Fußgänger- und Radfahrerampel
  • ÖPNV innerhalb des Wohngebietes

Die Stadt wird aufgefordert, einen Maßnahmen- einen Zeitplan zu erstellen, die benötigten Mittel bereitzustellen und die Planung auch zügig umzusetzen. Der Potsdamer Norden muß spätestens bis zum Auslaufen der Entwicklungsmaßnahme den Standard der übrigen Kiezgebiete Potsdams erreichen. Die Bewohner müssen über die Planungen informiert und rechtzeitig eingebunden
werden.

(Stand: 07/2016)