Zu den Schulen ist noch ein weiter Weg

Stadtforum zum SEP zeigt Fragezeichen und Forderungen auf

11.04.2014 | Pressemitteilung

Thema des 48. Stadtforums war gestern das Thema Schulen. Dabei wurde
intensiv über den Schulentwicklungsplan und dessen Umsetzung diskutiert.
Zunächst wurde in interessanten Vorträgen deutlich, dass sehr viel
Kommunikation und Beteiligung oberstes Gebot sein muss, um für unsere
Kinder die optimalen Schulen zu bekommen. Dabei spielt Geld
offensichtlich weniger eine Rolle, wie aus den Beiträgen von
Architekten, die viele Schulen gebaut haben, hervorging als vielmehr die
Koordination zwischen Trägern, Eltern, Kindern und Architekten.
Gefordert wurde, dass die Konzepte der angeschlossenen Horte mit denen
der Schule zusammenpassen müssen. Das Problem beginnt bereits damit,
dass es in der Regel unterschiedlichen Träger gibt und in der
Stadtverwaltung verschiedene Geschäftsbereiche für Horte und Schulen
zuständig sind. Darüber hinaus müssen die künftigen Schulleiter schon
bei der Planung mit den Architekten zusammenarbeiten, damit später z.B.
pädagogisches Konzept, Raumaufteilung, Gestaltung der Schulhöfe und der
Unterrichtsräume zusammenpassen. Der Trend geht eindeutig zu einer
flexiblen Raumgestaltung, weg von traditionelle Aufteilungen. Erstaunt
war das Publikum über die negativen Erfahrungen, die gerade in der
jüngsten Schule in Potsdams Norden, der „Grundschule Bornstedter Feld“,
diesbezüglich gemacht werden.

Interessant war auch die eindeutige Aussage des Vertreters eines
privaten Trägers, dass sie sich als Ergänzung der stattlichen Angebote
sehen und durch sie erst eine Vielfalt unseres Bildungssystems
sichergestellt wird. Sie sprechen sich für eine enge Kooperation aus;
denn nur durch ein Miteinander kann die Zukunft unserer Kinder
bestmöglich gestaltet werden. Ideologische Selbstbeschränkungen sind
hier tatsächlich Fehl am Platz. Wenn man will, sich zusammensetzt und
miteinander redet, ist vieles möglich. Auf Seiten der privaten Träger
gebe es eine hohe Gesprächsbereitschaft und die Ergebnisse in weit über
100 Jahren gerade auch in Potsdam können sinnvoll genutzt werden. Durch
die heutige Finanzierung der freien Schulen werden auch keine Kinder
ausgeschlossen. Genannt wurde als Beispiel für das dritte Kind sozial
schwacher Familien ein Schulgeld von 4,50 Euro pro Monat.

Aus den Ausführungen des KIS war klar zu erkennen, dass es noch ein
weiter Weg ist, bis konkrete Planungen vorliegen und noch sehr viel
Koordinationsarbeit zu leisten ist. Bedauerlicherweise ist die
Berücksichtigung der Inklusion nicht im Programm enthalten ist und auch
keine Stadtteilfunktionen wie bei der Grundschule am Priesterweg, wo für
wenig Geld ein Zentrum für Begegnung und Kultur entstehen konnte. Im
Bornstedter Feld, wo kein Bürgerhaus geplant ist, sollte man darüber
einmal nachdenken.

Der Vorsitzende des CDU Stadtbezirksverbandes Innenstadt/Nord Matthias
Finken sagt: „Es war eine interessante Veranstaltung, in der offen
diskutiert wurde, Erfahrungen ausgetauscht und Probleme angesprochen
wurden. gefordert werden muß eine breite beteiligung aller Akteure und
zwar rechtzeitig. Bestätigt wurde letztlich, dass für den
Schulentwicklungsplan noch konkrete Planungen fehlen und die Frage, wie
man jetzt schon über eine konkrete Finanzierung sprechen und entscheiden
kann, unseriös ist. Die Tatsache, dass man im Schulentwicklungsplan von
einem Wachstum der Stadt bis 2030 von knapp 179.000 Einwohnern ausgeht,
während man auf Landesebene mit 187.000 rechnet, wirft die Fragen auf,
ob wir in kurzer Zeit nicht schon nachbessern müssen und die gesamte
Debatte über die Gesamtfinanzierung jetzt zur Makulatur wird, statt in
an der Realität angepassten Abschnitten zu planen. “

Matthias Finken
0176-20454712